jolablaugrau

Sanftmütige Hoffnung
Im grünen Schein geborgen,
hält er an der Hoffnung fest.
Er geht noch einmal in ihr auf,
bevor er sie verliert.
Sie streift sanft über seinen Rücken
Und gibt ihm Zuversicht.
Er wird sie nicht aufgeben.


Diese Leere in mir
Starrer Blick geradeaus.
Keine Gefühlsregung.
Vom Leben gezeichnet.
Jede Falte erzählt ihre Geschichte.
Der Mund bleibt verschlossen.


Blick auf die Ewigkeit
Sie reicht unendlich weit.
Er kann sie kaum erfassen.
Es ist eine nie endende Spirale
Mit zigtausend Wendungen.
Er verliert sich in ihr.



Für immer verloren
Im Grau des Alltags,
im Grau des Lebens.
Kein Lichtblick , Eintönigkeit.
Wie sieht ein Regenbogen aus?
Was ist eine Wiese mit Blumen?
Längst den Blick dafür verloren.


Niemandsland
Er lässt sie verhungern,
seelisch verkümmern.
Es kümmert ihn nicht.
Was bleibt
ist eine tiefe Narbe in ihrer Seele,
die sich zu den vielen anderen dazugesellen darf.
Es ist der größte Schmerz,
wenn der andere nichts sagt.
Sie steckt im Niemandsland fest.
Sie hat alles versucht,
es lief ins Leere.
Hat sie kein Recht auf eine Antwort?
Wer ist er?


Verwundert zu sehen
Viele Gesichter, voll von Ausdruck.
Sie wollen im Augenblick eingefangen, fotografiert werden.
Sie sehnen sich danach erkannt zu werden.
Ihre Seele spricht aus ihren Augen.
Sie ziehen dich in ihren Bann

und nehmen ein Stück von dir für sich ein.
Und du bleibst verwundert zurück…


Verloren
Er wusste nicht einmal wo es geblieben war.
Das Gefühl, das er einst gespürt zu haben glaubte.
Es ist ihm irgendwo verloren gegangen.
In seinem Innern ist eine Lücke entstanden,
die durch nichts mehr ausgefüllt werden kann.
Ein Teil von ihm ist unwiederbringlich verloren
und er verliert sich selbst in sich.


Sehnsucht nach Leben
Viel Zeit vergeudet, nicht bewusst genutzt.
Viele Gelegenheiten verpasst, aus Angst.
So vieles nicht getan.
Ein Leben lang jemanden geliebt,
der es nicht wusste.
War‘s das jetzt?
Was kommt danach?


Versunken in Erinnerung
In der Vergangenheit gefangen, ohne Zukunft.
Ein Schwelgen in unerfüllten Träumen.
Mutlos gewesen.
Nie etwas riskiert.
In Gedanken eingeschlossen,
ohne den Schlüssel dafür zu finden.


Fernweh
Der Blick auf den unendlichen Ozean.
Darin verfangen.
Der Wunsch einzutauchen, in eine andere Welt.
Noch nie die Möglichkeit gehabt.
Keine Aussicht auf einen Ausweg.
In Gedanken schon tausend Mal davon geschwommen.

 

[…]
Komm, wir wollen uns näher verbergen…
Das Leben liegt in aller Herzen
Wie in Särgen.

Du! wir wollen uns tief küssen—
Es pocht eine Sehnsucht an die Welt,
An der wir sterben müssen.

-

[…]
Come, let us hide nearer each other…
Life lies in every heart
As in coffins.

You! let us kiss deeply—
A longing throbs against the planet
On which we must die.

Else Lasker-Schüler - Weltende

-

Else Lasker-Schüler - End of the World (translated by Michael Gillespie and Willis Barnstone)

 [Thanks to awritersruminations:leda-swanson:frenchtwist!]

(via walter-benjamin-bluemchen)

Komm’ schon Herz -

brich entzwei.

Dann ist das Leiden

endlich vorbei.

Lieben und Leiden

kann man nicht scheiden.


Someone please just hold me while I weep… 

Someone please just hold me while I weep… 

venebelle:

(by emdicvictor)
Unerfüllte Liebe

Einseitigkeit.

Ein Schmachten,

ein Sehnen.

Zu allem bereit.

Todessehnsucht –

der Wunsch zu sterben,

bei der Ansicht,

all der Scherben.

Sie liegen vor mir,

ich kann sie sehen.

Ich gebe sie dir      

und will nur gehen.

Kannst du das verstehen?

Ich bin nicht bereit

einzusehen.

Ich liebe mein Leiden

und werde scheiden.

In eine Welt,

wo sich all meine Wünsche erfüllen,

ich kann es spüren.

 

Das Geheimnis

Du weisst nicht

wie wichtig du mir bist,

wie viel du mir bedeutest.

Ich weiss,

dass du nicht bei mir bist

und deine Zeit vergeudest.

Es ist ein Klagelied

aus tiefstem Herzen.

Was für ein Abschied?

Mit welchen Schmerzen?

Wüsstest du doch nur,

wie sehr ich dich brauche.

Ich schau‘ auf die Uhr,

während ich strauchle.

Wann wirst du es wissen?

Wann bist du bereit?

Ich will dich nicht länger missen,

dazu habe ich keine Zeit.

Ich will ertrinken,

in einem Meer aus Alkohol.

Und immer weiter sinken,

wie ein erlischendes Symbol.

Bald schon

werde ich nicht mehr zu sehen sein.

Bald schon,

bin ich völlig allein.

Allein,

mit all meinen Wunden.

Allein,

in allen meinen Stunden.

Versunken in der Melancholie.

Den Grund dafür,

erfährt ihr nie.

Niemand würde es verstehen,

niemand erkennt mein Flehen.

Es ist mein Geheimnis,

das bei mir bleibt,

für immer

und alle Ewigkeit.